Zur Person von Christoph Friedrich Blumhardt

Christoph Friedrich Blumhardt „der Jüngere”, Pfarrer, Politiker, geboren am 1. Juni 1842 in Möttlingen bei Calw, gestorben am 2. August 1919 in Jebenhausen

Christoph Friedrich Blumhardt „der Jüngere” war der Sohn von Johann Christoph Blumhardt. Er studierte ab 1862 in Tübingen Theologie und wurde 1866 Vikar in der Badischen Landeskirche. Seit 1869 wirkte er 10 Jahre lang in Bad Boll an der Seite seines Vaters als Gehilfe und Sekretär und war bald weithin als dessen Nachfolger bekannt. Seine Predigten waren nicht Gedankengespinste eines schulgerechten Theologen, sondern „urfrische Gaben eines Gottesmannes und Sehers”. Er wollte das Reich Gottes auf Erden verwirklichen und sah als eine der Voraussetzungen hierfür die Neuordnung der menschlichen Verhältnisse angesichts der Auswirkungen der kapitalistisch geprägten Wirtschaft. 1899 bekannte er sich „als Jünger Jesu” zum Sozialismus und nannte sich einen Bundesgenossen der Arbeiter. Nach vielen daraufhin erfolgten Schmähungen, mit denen kirchliche und politische Kreise und Zeitungen ihn überhäuften, wurde ihm sein offizielles Wirken als Pfarrer aberkannt und er mußte auf Gehalt und Altersansprüche verzichten. Er erklärte seinen Beitritt zur SPD und wurde 1900 als deren Vertreter in den württembergischen Landtag gewählt, wo er bis 1906 Abgeordneter war. Auf Reisen nach Palästina (1906) und nach Ägypten (1910) erkrankte Blumhardt. In dieser Zeit erkannte er, daß der Sozialismus eine weltliche Sache sei und nicht die von ihm erstrebte gottgewirkte Gemeinschaft war. 1913 legte er die Leitung Bad Bolls in die Hände eines Freundeskreises, predigte dort aber noch bis zum Sommer 1917, bis er sich nach einem Schlaganfall ganz zurückzog.

(Kurzbiographie entnommen dem evang. Heiligenlexikon, www.heiligenlexikon.de)